Von Leh nach Delhi und von Delhi nach Kolkata mit dem Flugzeug. Dank Laptop vergeht die Zeit wie im Fluge. Ich versuche aus den vielen Landschaftsbildern, die ich in Ladakh geschossen habe Panoramabilder zu erstellen. Ram, Prozessor und Festplattenspeicher machen mir da natürlich einen Strich durch die Rechnung.
In Gedanken male ich mir Kolkata wieder als laute, dreckige, chaotische Stadt aus und fürchte schon den Weg vom Flughafen zur Uni. Nach dem ruhigen, netten Himalaya wird das wahrscheinlich eine recht unsanfte Rückkehr in das was Touristen als das “eigentliche Indien” bezeichnen.
Die Anzeigetafel am Flughafen – oder der, der sie bedient – spinnt ein wenig und so erschafft sie faszinierende neue Orte, wie ‘Komkana’ und ‘Kamkata’. Die kann ich anscheinend alle mit dem selben Ticket besuchen gehen. Eigentlich hätte ich ja noch genug Zeit dafür; wäre ja auch eine spannende Entdeckungsreise zu neuen Landen. Ich verhalte mich also ganz ruhig und mache niemanden darauf aufmerksam. Kolkana, ich komme!
Mein Flieger landet dann entgegen meiner Vermutung doch nicht in einer Fantasiestadt, sondern in der Hauptstadt von West Bengalen. Vielleicht hat man den Fehler vor dem Abheben gerade noch rechtzeitig bemerkt? Ich steige aus dem Flieger aus und bin positiv überrascht: Nur 31°C, also absolut erträglich. Der himmel ist bewölkt und die Pfützen lassen vermuten, dass es schon länger geregnet hat. Ein seltsames Gefühl erfasst mich. Als ich im Bus richtung Salt Lake sitze wird mir klar, was es ist, dieses Gefühl; ich fühle mich zu Hause. Ein Jahr – ein sehr intensives Jahr – in NUJS hat gereicht mich hier zu Hause zu fühlen.
Es folgen Stunden von Umarmung und Begrüßung, bis ich irgendwann nicht mehr kann und wie tot ins Bett falle. Zu Hause…
Sechs Tage kann ich noch so tun, als würde ich hier immer noch studieren. Ich nehme mir vor Vorlesungen aus dem 2., 3. und 4. Semester zu besuchen und Volleyball zu spielen. Parties müssen noch geplant werden und leider noch ein haufen organisatorisches – unter anderem ein weiterer, hoffentlich letzter, Besuch beim FRRO.
Bilder gibts vorerst einmal hier. Reisebericht wird dann in Kurzform nachgereicht.
31 Grad sind absolut erträglich?
In letzter Zeit haben wir in Leipzig Temperaturen um 25 bis 30 Grad und ich wundere mich jeden Abend, dass ich noch lebe.
was ist FRRO?
Hey Paul, schön wieder von Dir zu hören. Es wurde ja auch mal Zeit. Wenn ich den Eintrag richtig verstanden habe, kommst Du in ca. 10 Tagen wieder zurück nach Deutschland?
Hier warten schließlich auch noch einige Herausforderungen …
Viele Grüße ins schwüle Kolkata!
Thomas
Tja, heute war es dann auch schon ein wenig wärmer. Schon vor neun Uhr zeigte das Quecksilber 33°C. Dazu gefühlte 90% Luftfeuchtigkeit. Da fühlt es sich schon im Sitzen an, als würde man schmelzen.
Das FRRO ist das Foreigner’s Regional Registration Office, in dem ich mich melden musste. Wer sich erinnert: das war eine scheinbar unendliche Jagd nach Passierschein A28.
Es tut mir Leid, dass ich so lange auf mich warten lassen habe. Das Flugticket – so wurde mir von Lufthansa telefonisch bestätigt – gilt für den Flug am 16. Juni um 00:55 Uhr, der ohne Zwischenlandung nach Frankfurt fliegt und nach 10h um 07:25 Ortszeit ankommt. Es gibt Sachen, auf die ich mich freue, aber generell herscht Abschiedsschmerz vor.
Besonders liebe Grüße an Stefan, Anna und Thomas!
hier ist es soooooo kalt!!!