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Mit durchschnittlich 7°C weniger als in Hyderabad, lässt es sich in Mumbai – obwohl man hier mehr schwitzt – ganz gut aushalten.
In Hyderabad sind mir übrigens zwei Dinge besonders aufgefallen: Zum einen, dass vor 10 Uhr morgens nichts geht und die meisten Leute noch zu schlafen scheinen (dafür ist dann aber bis 22 Uhr alles geöffnet), zum anderen eine für Indien sonst untypische Pünktlichkeit. Zwei mal ist es mir passiert, dass mein Bus auf die Minute genau nach Plan abfuhr. Mein Weltbild ist erschüttert!
Auf dem Weg von Hyderabad nach Mumbai habe ich gelernt, dass auch Fliegen Zeit kostet – nämlich durch den langen Weg zum und vom Flughafen. Alles in allem hat es mich dann doch ca. 5h gekostet!
Als ich abends mit dem Zug vom Flughafen nach Mumbai hineinfahre, quellen die Wagen in die Gegenrichtung schon über. Noch bevor ich realisiere, dass sich meine Bahn ihrer Endstelle nähert und ich aussteigen muss, höre ich geschrei, getrampel und sehe voller Entsetzen eine Welle Inder, wie eine keifende Sturmflut aus Ellenbögen, Schultern und Armen über unseren Zug hereinbrechen. Mir wird klar, dass ich, wenn ich mein Gepäck nicht schnell zusammenpacke und festschnalle, und einen festen Stand einnehme, einfach von der Strömung mitgerissen werde und hier nicht mehr herauskomme. In meinen panischen Bemühungen meine Rucksäcke aufzusetzen, schmeiße ich meine Gitarre auf den Boden, schaffe es jedoch, entgegen meiner Befürchtungen, unversehrt aus dem Wagen. Den Adrinalinstoß hätte ich eigentlich nicht gebraucht!
Eine ähnliche Situation hatte ich schon einmal im Bus nach Trichy erlebt, als die neuen Passagiere schneller einstiegen, als die alten ausstiegen. Ich weiß noch, dass es mich einiges an Kraft und Ellenbogeneinsatz kostete auszusteigen.
Heute jedenfalls spaziere ich so durch Mumbai und komme am ‘Chhatrapati Shivaji Maharaj Vastu Sangrahalaya’ (ehemals ‘Prince of Wales Museum of Western India’) vorbei. Die Ritter vom ‘Ni’ (The knights who say ‘ni!’) lassen grüßen!
Das Gebäude ist von Außen so schön, dass ich spontan beschließe es zu besichtigen, sollte ich mit meiner abgelaufenen NUJS-ID-Karte und den Registrierungspapieren vom FRO den Inderpreis von 15 RS zu bekommen.
Ich habe Erfolg und bin einfach nur verblüfft und erfreut. Ich hatte schon mit der Enttäuschung gerechnet, die indische Museen bisher immer für mich waren: unsortierte, unorganisierte Sammlungen angestaubten Ramsches, völlig ohne Erklärungen. Das Museum kommt mir – vielleicht wegen der bisherigen schlechten Erfahrungen – gut genug vor, um selbt mit deutschen Museen mithalten zu können.
Der deutsche Audioguide ist der beste seiner Art, der mir je untergekommen ist! Dieses Museum hat meinen Tag gerettet!
Anja sieht das übrigens ganz anders, aber sie hat auch noch nicht den ganzen Mist gesehen, der mich bisher davon abhielt in Museen zu gehen. Wenn ich nur an die verottenden Tiere in den Vitrinen in Kolkata denke!
Mittagessen gibt es in einem Subway-Clon für Falaffel und Hummus. Ich fange an Israelisches Essen zu mögen!
Abends treffe ich dann noch Shivangi und Savya. Beide machen gerade ein Praktikum in der Stadt, haben aber ein wenig Zeit für mich übrig. Von Savya bekomme ich dann noch seitenweise Insiderinformationen und Tipps zu Mumbai. Sieht so aus, als würde ich wieder unsummen in Essen investieren 
Morgen treffe ich Poulomi, die auch gerade hier ihr Praktikum macht.