Mein Freund Anirudh hat sich für meinen Besuch in Hyderabad ganz schön viel Zeit genommen und so verbringen wir den – mit 41,9°C – heißesten Tag der Saison (so Times of India, Hyderabad) hauptsächlich in Malls. Das ist mal eine willkommene Abwechslung zu meiner bisherigen Reise und wir genießen die klimatisierten Konsumpaläste, des neuen, aufstrebenden Indiens. Dabei ist es in Hyderabad erträglicher als in Kerala, wo es zwar einige Grad kälter, dafür aber sehr schwül war.
Einen ganzen Tag lang nehmen wir uns Zeit für einen Besuch der ‘Ramoji Film City’, angeblich der Welt größter Filmproduktionskomplex. Man glaubt es kaum, wenn man sieht, wie eng Inder aufeinander leben, aber in Indien ist Platz eigentlich kein Problem. Von den Eingangstoren der Anlage muss man 15 Minuten mit einem weiteren Bus durch staubige Landschaft fahren, um zu den Kulissen zu gelangen. Der Teil der Anlage, der Touristen zugänglich ist, ist ein kleiner Themenpark mit lächerlig-lustigen Fahrgeschäften. Unter anderem eine Bahn durch eine Puppenlandschaft, die verschiedene Plätze der Welt darstellt und in der einem in allen Ländern die immer selben Figuren dümlich entgegenwinken. Männer sind nur Frauen mit Bärten – wenn das mal keine Anspielung auf das Leben des Brian sein soll. Die einzige Ausnahme bildet Amerika: Ein Militärhubschrauber, ein Bild eines Wolkenkratzers mit Riesenaffe auf dem Dach und (!) Menschen, die sich gegenseitig verprügeln. Wenn das mal nicht ein Amerikabild ist, das wir alle nachvollziehen können. Überall auf der Welt wird man lächelnd und winkend begrüßt, nur in den vereinigten Staaten von Amerika sind die Leute damit beschäftigt, sich die Rübe vom Kopf zu reißen.
Der Themenpark ist auf unfreiwillig komisch, die Kulissen aber sehr interessant. Grundsätzlich werden Gebäude mehrfach verwendet. Von einer Seite als Flughafen von Banglore, von der anderen als High Court, und von einer dritten Seite als Krankenhaus. Der Taj Mahal steht inmitten des Mumbaier Chorbazaares, der mit seinen abgewetzten Werbeplakaten erstaunlich echt aussieht. Die Studios – so sagt man uns – würden nur für die in Bollywoodfilmen so zahlreichen Tanzszenen verwendet. Ich bin dann auch ein wenig enttäuscht, dass wir beim Filmen nirgends zusehen dürfen, bin aber vollauf entschädigt, als Abends auf einer Bühne nonstop Bollywoodtänze von original Backgroundtänzern aufgeführt werden. Das rumgehüpfe in den billgen Polyesterfummeln sieht enorm anstrengend und schweißtreibend aus. Ich liebe es und hoffe, dass ich in Mumbai in einer Bollywoodproduction mitspielen kann. Ist angeblich nicht sonderlich schwer da reinzukommen, wie ich von anderen Reisenden hörte.
Om shanti om, an alle von euch da draußen!
Bollywoodaction
3. Mai 2008 von Paul
you want to join bollywood? noo problemm sir!
aber in echt: zwar ist die offzielle touri saison hier auch schon vorbei aber die scouts sind immernoch unterwegs.
treffpunkt: colaba causeway!
ich bin noch bis 7.06 hier. sollte es dich ins schwuel, nicht ganz so heisse mumbai verschlagen, melde dich mal!
lg anja
You bozo
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