In tagelanger Arbeit werden Papmache-Tempel gebaut
Diwali; krasse Sache!Das größte und bedeutendste Fest Nordindiens.
Ich ändere meine Pläne minütlich. Will ich zu Beginn noch mit Kommilitonen nach Darjeeling (Himalaya), entscheide ich mich fünf Minuten später für Strandurlaub und dann wieder doch dafür in Kolkata zu bleiben. Zwei Stunden, bevor der Zug nach Darjeeling den Bahnhof verlässt, entscheide ich mich, allein dorthin zu fahren. Am Bahnhof heißt es dann, es gäbe keinerlei Tickets mehr. Genauso hätte ich versuchen können am 23. Dezember ein Ticket von Leipzig nach Heidelberg zu bekommen.
Diwali-Dekoration in New Market
Ich komme alsozurück zu NUJS und verbringe Diwali mit Marieke in Park- respektive Sudderstreet. Abdends stoßen Chanakya und Vardaan zum Umtrunk in Olypub und Rumgetanze in Someplace Else hinzu. Dem Abschluss des Abends bildet Liedergegröle auf der Dachterasse in NUJS, begleite von meiner neuen Minigitarre.
Stattdessen beschließen Chanakya und ich um halb drei noch einen Spaziergang zu machen und genießen die heißen Rythmen der Trommler, die überall auf der Straße ihr Unwesen treiben. Sich davon treiben zu lassen ist nach dem ganzen äääähmm…. Apfelsaft, den wir zuvor konsumierten, geht ganz gut, ist aber unglaublich anstrengend und schweißtreibend. Die netten Leute auf der Straße freuen mit uns.
Krassestes Abgetanze auf den Straßen von Beleaghata
Ich lerne den einfachen Satz: „shubho dipabeli!“ („fröhliches Diwali!“) auf bengali und grüße jeden der mir über den Weg läuft. Ganz zum Schluss noch eine Gruppe Polizisten an einer Absperrung. Einer davon freut sich anscheinend, dass ich diesen Satz beherrsche und ruft uns zurück.
Chanakya spricht ein wenig mit ihm und das einzige, was ich verstehe ist, dass es wohl um Süßigkeiten und NUJS geht. Ich grinse höflich und verständnislos. Ich erkläre mir das so, dass Chanakya mir wohl, der tradition gemäß irgendwelche westbengalischen Süßigkeiten anbieten soll. Chanakya sagt wohl, dass ich diese in NUJS erhalten würde.
Wir lösen uns von unserem Gesprächspartner und ich erfahre, was der Wachmann wirklch gesagt hat: „du bist Inder, du weißst also, was für Süßigkeiten ich verlange.“. Scheiße! Der Bulle wollte Schmiergeld von mir.
Das hätte böse enden können. Dabei wollte ich nur freundlich sein.
Ich bin Chanakya hundertausendfach dankbar, dass er dem korrupten Bullenschwein klar gemacht hat, dass es von mir nichts zu holen gibt und gehe ins Bett mit der Lektion, in Zukunft wirklich absolut jeden Kontakt mit der Polizei zu vermeiden.
Happy Diwali euch allen
Euer Paul