Nicht zu fassen: Nachdem es mir heute wieder besser geht und das Fieber wieder weg ist, strolche ich so durch den wunderschönen City Palace. Und wer läuft mir da in die Arme? Riccardo! Freudige Überraschung! Wir beschließen die 30 Minuten unserer einstündigen Bootstour gemeinsam zu genießen und verabreden uns noch für später zum Feierabendbierchen in dem Restaurant für den perfekten Sonnenuntergang. Klingt komisch, ist aber so.
Bootsfahrt auf dem Pichola See
Sonnenuntergang im Palast: Sun Set Restaurant
Zehn Touristen sitzen vor ihren sündhaft teuren Colas, Bieren oder Mineralwassern und springen in regelmäßigen Intervallen auf, um noch einmal ein anderes Bild vom Lake Palace zu schießen.
Ich bin einer davon und denke sehnsüchtig an die Zeit, in der ich völlig unbeschwert einfach die Aussicht genießen konnte.
Riccardo betrachtet den Lake Palace in den letzten Sonnenstrahlen
Nach dieser Fotosession schleichen wir uns noch mit fadenscheinigen Ausreden in eigentlich verbotene Teile des Palastgeländes und sehen den Pichola See in den allerletzten Sonnenstrahlen, die sich noch über den Horizont schieben.
Im Vordergrund bahnt sich eine Barke geheimnisvoll ihren Weg und unzählige Falken kreisen über unseren Köpfen und über den See. Falken? Seit wann haben Vögel solche gezackten Flügel? Keine Falken, Bussarde oder Adler sind es, die da majestätisch über uns hinweggleiten, sondern enorme Fledermäuse! Flughunde. Riccardo ist verwirrt. Er kannte sie nur aus Südamerika. Eine weitere exotische Tierart, die ich völlig ohne Safari hautnah erleben darf.
Eine solche Flugshow, vor dieser traumhaften Kulisse, kann auch die Tanzdarbietung nicht toppen, die wir im Anschluss noch ansehen.
Der Tanz mit den ganzen Krügen auf dem Kopf war übrigens so lange beeindruckend, bis ein Mitarbeiter hinter der Bühne der Tänzerin alle zehn Krüge gleichzeitig mit einer Hand vom Kopf nahm. Da haben mir die Tänzerinnen in Khajuraho doch deutlich besser gefallen