Ich hetze in den nächsten Schatten. Vielleicht kann ich sie hinter den Säulen abschütteln. Vielleicht laufen sie vorbei, schmelzen in der sengenden Hitze.
Ich bin in der Geisterstadt Fatehpur Sikri. Die mich verfolgen jedoch sind keine Gespenster sondern Plagegeister aus Fleisch und Blut.
Spät aufgestanden, obwohl früh zu Bett gegangen. Hatte wohl noch Schlaf aufzuholen. Zu Gunsten eines ausgiebigen Mittagessens wollte ich das Frühstück ausfallen lassen. Mangels Essensangeboten in Fatehpur Sikri bin ich nun unfreiwillig aber durch Eigenverschulden auf Diät. Meine Freunde aus Leipzig wissen, was dieser Abfall meines Blutzuckerspiegels bedeutet: Ich bin unendlich mies gelaunt.
Hinzu kommen jetzt auch noch die dreistesten Nepper und Schlepper, die mir nach Varanasi zu Gesicht gekommen sind. Wahrscheinlich sind sie sogar noch schlimmer.
Nicht am Bauwerk kratzen!
Irgendwann reist mir der Geduldsfaden und ich antworte auf jede der Fragen, diewie eine statistische Erhebung der Ausländerbehörde klingt, mit dem selbigen nervigen „hello!“, das mir aus allen Ecken entgegenschlägt. Schnell suche ich mir einen Platz, der Eintritt kostet und habe, nachdem ich den Führern erkläre, ich wolle sie zu keinem Preis der Welt engagieren, sondern alleine sein, endlich ein klein wenig Frieden.
In Gedanken wünsche ich mir zur Abwechslung mal mit „excuse me“ angesprochen zu werden. Oder einfach mal gar nicht.
Hab heute mal ein paar mehr Beiträge hochgeladen, weil in den letzten Tagen wiedermal das Netz nicht getan hat und wir ja auch mal langsam wieder zu aktuellen Ereignissen kommen müssen.
Zur Zeit genieße ich übrigens die gediegenen Diskotheken in Kolkatas fünf bis sieben Sterne Hotels, in denen ich mir noch nichtmal ein Bier leisten kann. Party! Wohooooo!!!