Warum Indien?
Kaum eine Frage, die ich in der letzten Zeit öfter gehört hätte. In der Regel
begleitet von einem Gesichtsausdruck, den ich gerne fotographieren und auf diesem Blog mit der Welt teilen würde.
Dass ich für ein Jahr im Ausland studieren würde stand für mich schon vor meinem ersten Semester fest. Grund für die Neugier auf ungewöhnliche Ziele waren Konzertreisen nach Georgien, und Bosnien-Herzegowina, sowie Berichte von Freunden und Bekannten von ihrem FSJ oder Zivildienst im Ausland. Dass ich – wie ein guter Freund letztes Jahr richtig erkannte – in den ersten 19 Jahren praktisch nicht aus meinem Stadtteil herausgekommen bin, mag auch eine Rolle gespielt haben.
Ursprünglich dachte ich ja, ich würde während meines Auslandsstudiums die ehemalige Sowjetunion kennenlernen, aber seit dem ich in Leipzig studiere kommt mir die auch nicht mehr so weit weg vor und Vorlesungen sind dort zumeist entweder auf der Landessprache oder auf Deutsch. Eher weniger auf Englisch. Ich dachte: Deutsch kannst du jetzt schon ganz gut. Eine neue Fremdsprache lernen, so dass es fürs Jurastudium im Ausland reicht, kannst du nicht. Englischkenntnisse verbessern (und wenns nur die Fachtermini sind) wäre doch sinnvoll.
Interessanter Weise führten mich unter anderem diese Überlegungen dazu, mich Richtung USA zu orientieren. Die nette Dame vom DAAd im akademischen Auslandsamt konnte das jedoch verhindern, indem sie mich aufklärte, dass es praktisch nur für postgraduierte Juristen Studienplätze in Ammiland gibt. Selbst mit dem tollsten Stipendium ist die Zulassung an der Uni eher unwahrscheinlich. Glück gehabt! Wäre ja auch langweilig gewesen.
Zu dieser Zeit war gerade Fußballweltmeisterschaft und die Welt bei uns zu Gast. Als ich in der „public-viewing-area“ auf dem Augustusplatz in Leipzig eine riesige Menschenmenge von korreanischen Fußballfans miterleben durfte, war mein Interesse am asiatischen Kontinent geweckt. Aber: Problem Zwei, die Sprache. Die einfache Lösung: in Indien ist eine der Amtssprachen Englisch und damit auch die Vorlesungen. Ich hatte mein Ziel gefunden.
Und wie kam es dann dazu?
Die Erfahrung hat mich gelehrt, dass sich Probleme meist von selbst lösen, wenn man nur genug Leuten davon erzählt. Ich habe also bei jeder Gelegenheit rumgenölt (oder wie man in Leipzig sagt: „rumgeningelt“), ich wolle nach Indien und wie ich das den machen solle. Das hörte meine Kommilitonin Sophie, die selbst gerade vor der Entscheidung stand, wo sie denn im Ausland studieren könne (sie geht jetzt nach Finnland) und verwies mich auf einen meiner Professoren, der nach Indien Verbindungen hätte. Über diese hat es dann auch geklappt, dass ich an der West Bengal National University of Juridicial Sciences als „casual student“ zugelassen wurde.
Vielen Dank nochmal an alle, die mir auf meinem Weg geholfen haben!
PS: Dieser Beitrag ist zurückdatiert auf den Tag, an dem ich ihn zum ersten mal entworfen (aber nicht veröffentlicht) habe.
das du dich daran noch erinnern kannst….
ich freu mich.
werde diese seite wohl im nächsten jahr genauso regelmäßig besuchen wie das studivz
ungelogen.
Ich wünsch dir jetzt schon einmal (ich bin mir sicher, es wird nich das letzte mal sein) ganz viele tolle erlebnisse in indien.
Liebe Grüße
Sophie
Wie hätte ich das vergessen können? Das war schließlich ein Schlüsselerlebnis, ohne das ich jetzt nicht in die Fremde ziehen würde
Vielen Dank nochmal und alles, alles Gute für Finnland!