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Undercrowding

Went to get some things in central Heidelberg, which is called the old town. It’s centered around the main street, some say it’s the longest walking plaza in Europe. I discovered again how beautiful this place actually is.

Main Street (Hauptstraße)
My favorite computer hardware store “my” church (Christuskirche) Entry to the local library. Extremely modern!

In the evening I went for a small tour, with father, on our scooters.

My dad at the gas station: It’s selfservice everywhere
Born to be wild!

Presently the European Football Cup is in the center of everyone’s attention and you can see flags hoisted everywhere.

On the day of the game Germany vs. Portugal “public viewing” Turky vs. Croatia
The best beer in the world: Welde No. 1

Why the title of this post? It’s so quiet and calm everywhere, so few people, that this place in my eyes looks absolutely undercrowded. Greetings to Kolkata, Delhi, Hyderabad, Bombay, Bangalore and Chennai!

Back at last

Total control. From my window seat, through the wholes in the boringly even layers of the clouds underneath my plane, I’m watching the first streches of German landscape I’ve seen in a year. Every square centimetre in the fatherland (literal translation for the German term “Vaterland”) seems to contain pricisely what it should, has the exact shape it is supposed to have. Nothing is left to coincidence. No inconvenience, no unpleasant surprises. I’m alternately crying and laughing. I’m half expecting a giant lawn gnome welcoming me with his huge shovel in his clumsy hands. Hail, the land of perfect organisation.

First glimpse of the fatherland Skyline of Frankfurt small strech of Autobahn

The lack of sleep of the last two nights shows its impact on me. I remember the good bye scenes in front of the boy’s hostel and sobbingly I’m opening another packet of paper tissues. I guess I’m just too tired.
Our flight reaches Frankfurt early. I reach the mini bus to Heidelberg ten minutes before it is leaving at eight o’clock - sharp as a knife. The big Mercedes is not even half full. 18 Euros (ca. 1190 Rs) for the 60 minutes journey on the Autobahn. Like on rails we’re gliding on the big road, first two lanes in each direction, then three and four. Absolute silence. On the whole ride not a single car blows its horn. It’s cold and cloudy. We reach our destination in Heidelberg at nine o’clock sharp, even though we got stuck in a small traffic jam on the way. The proverbial German punctuality is one of the few things I’m actually proud of.

hard to find in India: a dustbin; we even sort our garbage stereotype of the white man: erotic accessories in the Airport my shuttle to Heidelberg

On the Straßenbahn (tram) to my parents house I experience a small wonder. When I’m trying to buy a ticket from the driver, she doesn’t have change for a 50 Euro note and gives me a ticket for 1 Euro (66 Rs) instead of the one for 2,10 Euros (139 Rs), a price that leaves me gasp for breath. After all it’s just a ten minutes ride. Later on there will be countless occasions on which I will wonder about how much more expensive Germany is from India.

Old tram new tram from the inside garden center: flowers for our garden

My first two days I’m spending shivering and silently cursing the - even for Germany at this time of year - unusually low temperatures of around 18 °C. It’s never getting to bright outside, although we have 16 hours and 16 minutes of daylight every day (sunrise at 05:18 and sunset at 21:34). A fact some of my friends in Kolkata never quite believed me. Check the net buggers! :D

my old school home, green home! New, shivering arrival

In order not to spend all day inside, I’m going for a walk in the neighbourhood and visit my old school and an old cemetry. Everything is so quiet. No shouting, no horns, no crowds of people anywhere. I fall asleep during the match Germany vs. Austria, due to jet lag, even though it’s quite a thrilling game.
Nothing much happened since my arrival in Germany. I’m doing well and I’m not too bored, yet. I just realized, that I can see the world now with German as well as, to certain extent, Indian eyes. On this blog I’ll try to comment on those things I come across, that look strange to my Indian eyes, trying to keep my friens in India posted, just as I tried to keep my German friends informed, when I was in India. Bad grammar, othography and expression are deeply regretted. Remarks concerning these technicalities appreciated.
In this sense: Please come again!
Yours Paul Baba

Zurück in Kolkata

Von Leh nach Delhi und von Delhi nach Kolkata mit dem Flugzeug. Dank Laptop vergeht die Zeit wie im Fluge. Ich versuche aus den vielen Landschaftsbildern, die ich in Ladakh geschossen habe Panoramabilder zu erstellen. Ram, Prozessor und Festplattenspeicher machen mir da natürlich einen Strich durch die Rechnung.
In Gedanken male ich mir Kolkata wieder als laute, dreckige, chaotische Stadt aus und fürchte schon den Weg vom Flughafen zur Uni. Nach dem ruhigen, netten Himalaya wird das wahrscheinlich eine recht unsanfte Rückkehr in das was Touristen als das “eigentliche Indien” bezeichnen.
Die Anzeigetafel am Flughafen - oder der, der sie bedient - spinnt ein wenig und so erschafft sie faszinierende neue Orte, wie ‘Komkana’ und ‘Kamkata’. Die kann ich anscheinend alle mit dem selben Ticket besuchen gehen. Eigentlich hätte ich ja noch genug Zeit dafür; wäre ja auch eine spannende Entdeckungsreise zu neuen Landen. Ich verhalte mich also ganz ruhig und mache niemanden darauf aufmerksam. Kolkana, ich komme!
Mein Flieger landet dann entgegen meiner Vermutung doch nicht in einer Fantasiestadt, sondern in der Hauptstadt von West Bengalen. Vielleicht hat man den Fehler vor dem Abheben gerade noch rechtzeitig bemerkt? Ich steige aus dem Flieger aus und bin positiv überrascht: Nur 31°C, also absolut erträglich. Der himmel ist bewölkt und die Pfützen lassen vermuten, dass es schon länger geregnet hat. Ein seltsames Gefühl erfasst mich. Als ich im Bus richtung Salt Lake sitze wird mir klar, was es ist, dieses Gefühl; ich fühle mich zu Hause. Ein Jahr - ein sehr intensives Jahr - in NUJS hat gereicht mich hier zu Hause zu fühlen.
Es folgen Stunden von Umarmung und Begrüßung, bis ich irgendwann nicht mehr kann und wie tot ins Bett falle. Zu Hause…
Sechs Tage kann ich noch so tun, als würde ich hier immer noch studieren. Ich nehme mir vor Vorlesungen aus dem 2., 3. und 4. Semester zu besuchen und Volleyball zu spielen. Parties müssen noch geplant werden und leider noch ein haufen organisatorisches - unter anderem ein weiterer, hoffentlich letzter, Besuch beim FRRO.

Bilder gibts vorerst einmal hier. Reisebericht wird dann in Kurzform nachgereicht.

Adieu Bangalore

Heute verabschiede ich mich von Bangalore und Suedindien und mache mich auf in Richtung Norden. Ein Flugzeug brint mich nach Delhi (immerhin 2,5h Flugzeit!) und dann geht es entweder morgen weiter nach Shimla, oder, wenn ich vorher noch telefonisch einen meiner Kommilitonen erreiche, ich bleibe fuer ein zwei Tage in Delhi. Dort regnet es uebrigens schon seit ueber einer Woche. Niemand kann sich daran erinnern, dass es jemals im Mai in Delhi geregnet haben soll. Dann ist es wohl hoffentlich wenigstens nicht so heiss, denke ich mir.
In Bangalore habe ich zwar einige meiner Freunde getroffen und bei Mayur gewohnt - seine Mama macht meiner Meinung nach das beste indische Essen - aber doch leider nur kurz und die meiste Zeit musste ich alleine totschlagen, was toll sein mag, wenn man gerne Einkaufen geht. Abgesehen von Malls hat auch Bangalore nicht viel zu bieten. Zumindest wenn man allein unterwegs ist. Ich habe Stunden im ‘Crosswords’, einem fabelhaften Buchladen, verbracht und mir in einem Uhrenladen eine wunderbare Armbanduhr ausgesucht, die ich mir nicht leisten kann.
Wer auch immer dies liest und Tipps fuer Shimla, Manali oder was sonst noch so da oben ist, bitte als Kommentar posten! In der ersten Juniwoche werde ich dann noch meinen Kumpel Vardaan in Ladakh/Leh treffen und danach vielleicht mit ihm zusammen zurueck nach NUJS zurueckkehren.
Passt auf euch auf und denkt an den Towel Day!

Towel Day 2008

Towel Day 2008

Am 25. Mai (diesen Sonntag) ist wiedermal Towel Day.
Zu ehren des Autors Douglas Adams tragen an diesem Tag Fans des Schoepfers von “Per Anhalter durch die Galaxis” ueberall ein Handtuch mit sich.
Denn ein Handtuch ist so ziemlich das nuetzlichste, was der interstellare Anhalter mit sich fuehren kann.

Daher mein Aufruf: schnappt euch am Sonntag ein Handtuch und tragt es offen mit euch! Erwaehnt in jedem Gespraech mit Kollegen, Freunden oder auch Fremden zumindest einmal den 25. Mai, den Towel Day, damit am Sonntag kein Fan sein Handtuch vergisst.

Und wenn ihr dann am Handtuch-Tag noch eine Kamera dabei habt (kann man zum Beispiel gut im Handtuch einwickeln), dann macht doch ein paar schoene Bilder und stellt sie ins offizielle Forum.

Pune - eine Rezension

Die ‘Shisha Bar’, die Anirudh und ich gestern vergeblich suchten hat ein Ambiente, dasss ich so in Indien nur selten - wenn ueberhaupt - erlebt habe. Schummrig, nur von den Kerzen auf den Tischen der Gaeste erleuchtet, an den Seiten mit Polstern ausgestattet, auf denen man sich neben kleinen Tischchen luemmeln und - wer haette das gedacht - Shisha rauchen kann. Dazu spielt im Hintergrund Salsa-Musik a la ‘Buena Vista Social Club’ und rundet das ganze akustisch noch ab. Sehr entspannend.

Ich mache hier in Pune nur einen kurzen Zwischenstopp. Touristisch hat die Stadt nicht viel zu bieten, aber es ist eine gute Gelegenheit endlich aus Bombay herauszukommen und nochmals meinen Freund Anirudh zu treffen.
Es ist nur ein kurzer Stopp, aber den Eindruck, den ich dabei von Pune gewinne ist, dass es sich hier fast noch besser studieren laesst, als in Kolkata.
Mit Symbiosis Pune und ILS zwei bekannte juristische Fakultaeten praesent. Zumindest erstere ist auch fleissig am Studentenaustauschen. So sagten uns zumindest die Studenten, von Symbiosis, die uns zu unserem Sportfest in NUJS besuchten.

ILS ist uns noch schmerzlich in Erinnerung als die Uni mit Sportlerquote, die mit ihren Volleyballern (das unter anderen auch drei indische Nationalspieler umfasste) im Finale regelrecht in den Boden stampften. Dafuer, dass unser Team fast nur aus Amateuren bestand, die in Kolkata zum ersten mal einen Volleyball in die Hand genommen hatten, haben wir uns damals aber damals trotzdem fantastisch geschlagen, moechte ich nochmal betonen.

Die Musik wechselt jetzt zuerst zu Jazz und dann zu Funk

Aber was ist denn jetzt so toll an Pune?
Zunaechst einmal das Wetter. Es ist weder so heiss, wie in Hyderabad, im Osten, noch so schwuel, wie Bombay, im Westen. Man kann in Jeans und Turnschuhen umherlaufen ohne dabei uebermaessig in Schweiss auszubrechen und brauch auch nicht zu fuerchten einen Hitzschlag zu erleiden. Man kann Nachts - sogar im Sommer!) ohne Ventilator schlafen.
Zugegebener Massen koennte ich das nicht, wenn ich nicht mittlerweile einigermassen an die hiesigen Temperaturen gewoehnt waere. Ein herrliches Gefuehl morgens nicht schweissgebadet aufzuwachen.

Gut, Wetter kann man verkraften. Den Monsun habe ich in Kolkata ja auch ueberlebt - rueckblickend eine ganz schoene Leistung!
Pune hat noch andere Vorteile:

Es ist liberaler und moderner als Kolkata.
Deutlich mehr Maedels und Jungs laufen mit westlichen Klamotten herum und ich meine auch Paerchen haendchenhalten gesehen zu haben. In Kolkata nicht denkbar.

Es gibt eine florierende Musikszene.
Allein gestern spielte in unterschiedlichen Bars eine schwedische, eine franzoesische und eine irische Band. In den Parks und auf der samstags zur Fussgaengerzone erhobenen MG Road, treten wohl des oefteren Bands aller Musikrichtungen auf.
Gut, sie haben keinen bengalischen Death Metal, aber die Bandbreite der hier dargebotenen Musik scheint doch trotzdem deutlich hoeher zu sein.

Es gibt ein tolles Viertel mit Caffes, Bars, Restaurants und Discotheken, in denen sich Punes Studenten tummeln, ohne dass man dabei, wie z.B in Pondicherry oder Fort Kochi, komplett aus Indien herausgerissen wird. Wie es schon im Lonely Planet heisst: eine gute Fusion aus altem und neuem Indien.

Pune bietet also eine ganze Menge, ohne dabei ein Moloch zu sein, wie beispielsweise Kolkata oder Bombay. Alles ist bequem mit Rikshaw zu erreichen.

Soviel zu meinem Kurzaufenthalt mit Stadtkritik.

Es erklingt jetzt Blues, im Hintergrund.

Die Stadt scheint denen, die hier leben einen Angenehmen Aufenthalb bieten zu koennen. Touristisch ist hier nicht allzuviel. Angeblich kann man hier gut Feiern, aber um alleine in die Disco zu gehen, habe ich keine Lust. Und Anirudh - indische Jugendliche haben es schwer - muss schon um halb zehn den Heimweg antreten.

“Do you want to work for Bollywood, today?”
Ich bin schon einen halben Schritt an dem Mann vorbei, den ich gerade, wie die Verkaeufer, die mich von allen Seiten anquatschen, ignoriert habe, als seine Worte durch meine mentalen Ohrenstoepsel hindurchdringen und mein Gehirn ihnen Sinn zuordnet.
Genau deswegen laufe ich doch schliesslich iher den ganzen Tag die Strasse hier auf und ab. Die Antwort ist: “Yes!”.
Eine halbe Stunde spaeter warte ich mit einem Rudel von 20 weissen Touristen auf den Bus, der uns auf das Filmgelaende fahren wird. Es geht das Geruecht um, wir waeren Raver, auf einer Party irgendwo in Europa oder Ammiland. Klingt lustig, stellt sich aber als Fehlinformation heraus.

Auf dem Filmgelaende angekommen, werden wir Kerle in weisse Kurtas und Pajamas (traditionelle Kleidung) gesteckt und jedem wird noch ein rotes Tuch ausgehaendigt, mit dem wir improvisieren duerfen. Jetzt heisst es, wir waeren Touristen, die einem ‘Puja’ (rituelles Zeremoniell), dem ‘Aarti’ (Abendgebet) beiwohnen. Ob es wirklich nur das ist, was wir darstellen, daran wage ich spaeter noch zu zweifeln.

Erste Szene:
Der Priester steht im Tempel, eine sehr ueberzeugende Kulisse. Er steht mit dem Ruecken einer Zuschauermenge von ca. 150 Indern zugewandt, die mit ihren roten Tuechern alle gleich aussehen. Die Kamera filmt ihn von vorne, wie er einen brennenden Kerzenhalter nach festem Ritual vor sich kreisen laesst.

Zweite Szene:
Der Priester kommt aus dem Tempel und wendet sich der Menge zu. Auffaellig ist, dass wir Weissen noch vor der Gruppe der Inder stehen, in der nur vereinzelt ein paar Westler stehen. Wir sollen laecherlich improvisiert tanzen und mit unseren Armen winken. Ich stehe ganz vorne in der Mitte und denke bis zum Schluss, wir wuerden nur Proben. Wahrscheinlich die Szene, in der ich noch am ehesten zu sehen sein koennte.

Szene drei:
Ich sitze nun in der Menge der Inder, bewaffnet mit zerupften Blueten. Der Priester kommt durch die Menge gelaufen, gefolgt nur von einer Schaar weisser (!). Spaetestens hier meldet sich ein kleiner Zweifel bei mir, dass wir nur normale Touristen sein sollen.
Die hampelnde Menge Weisser sieht mir persoenlich eher nach einer Schaar fanatischer Sektenanhaenger aus.

Szenen vier und fuenf:
Wir stehen zunaechst in drei Reihen links, dann rechts vom Priester und jubeln ihm zu, wie er an uns vorbeischreitet. Ich leihe mir einen Dreizack von einem indischen Statisten aus. Damit laesst es sich prima jubeln und Unfug treiben. Ich denke fieberhaft darueber nach, wie ich heimlich und unbemerkt Botschaften in den Film einfliessen lassen kann. Mir faellt nichts ein.
Es sit bereits zwoelf Uhr nachts und wir bekommen erstmal eine Drehpause mit Abendessen. Immerhin haben wir jetzt schon drei Stunden lang gesessen, gekniet und gejubelt.

Gestaerkt geht es weiter. Diesmal darf unsere Gruppe Westler neben dem Tempel nach herzenslust hampeln und strampeln. Ganz vorne zwei blonde Russinen mit Filmmakeup, die wohl genauso wie ein weiterer Russe eine etwas groessere Rolle haben und nciht nur heute und in dieser Szene zu sehen sein werden. Die sehen alle aus, wie die geborenen Filmschurken und die Frauen, mit ihren wasserstoffblonden Haaren hampeln wie besessen, so dass ich in jedem ‘take’ ein paar Schritte zurueckweichen muss, um nicht Gefahr zu laufen von einem fehlgeleiteten Kopfschwung die Schneidezaehne ausgeschlagen zu bekommen.
Klar! Jetzt erinnere ich mich wieder: wir sind weiss und muessen ja die Boesen sein. Mein Verdacht erhaertet sich.

In diesen letzten Szenen sind wir weit genug von der Kamera entfernt, dass ich mich traue den ‘Macarena’ zu tanzen. Meine Glaubensgefaehrten kann ich dazu jedoch nicht motivieren.

Letzte Szene:
Ein grosser Haufen von hauptsaechlich Weissen tanzt wie von der Terantel gestochen wild durcheinander. Die russischen Nutten natuerlich wieder ganz zu Vorderst. Auch hier besteht die Moeglichkeit, dass ich im fertigen Film zu sehen bin, da ich es in einigen ‘takes’ schaffe, direkt hinter den Russinen zu stehen. Total geschickt, wa’?

Alles in allem hatten wir viel Spass und teilweise kam Stimmung auf, wie auf Klassenfahrt. Raaz II (zu deutsch:”Geheimnis”) - so der Name des Films - ist definitiv der beste Film aller Zeiten und wird sich mit Sicherheit bei Bewerbungsgespraechen bei namenhaften Anwaltskanzleien, und in meinem Lebenslauf als das entscheidende ‘mehr’ gegen meine konkurrierende Bewerber beweisen. YESSS! Und dazu noch die 500 RS, die ich fuer die fast sechs Stunden am Set bekommen habe. Mit 100 RS weniger, als die indischen Statisten immer noch der schlechtest bezahlte Job, den ich je hatte, aber wenn man seine Ausgaben minimiert, kann man am Ende des Tages immer noch mit einem Plus davon kommen.

Meine indischen Freunde sind ja so neidisch :D

Anschläge in Jaipur

Eigentlich wollte ich von meinen Erfahrungen Bollywooderfahrungen schreiben, die ich letzte Nacht als Statist gemacht habe, aber heute Nachmittag habe ich erfahren, dass gestern in Jaipur, im Bundesstaat Rajasthan, in kurzen Abständen acht Sprengsätze detoniert sind und dabei über 60 Menschen getötet und ca. 200 verletzt wurden. Damit hätte ich nun wirklich nicht gerechnet und ich hoffe nur, dass niemand zu schaden gekommen ist, den ich kenne.
Von Raaz II und weißen Touristen, die in Kurta und Pajama rumtanzen gibt es dann vielleicht morgen zu lesen.

PS: Für die, die sich mit indischer Geographie nicht so sehr auskennen: Bombay/Mumbai, wo ich zur Zeit noch bin, ist mehr als 700 km von Jaipur entfernt. Keine Gefahr, also.

Südmumbai sieht so organisiert, sauber wohlhabend und westlich aus, dass es genausogut in Mitteleuropa sein könnte. Anja scheint mir da zu wiedersprechen, so dass ich davon ausgehen muss, dass dies nur im Vergleich zu anderen indischen Städten zutrifft. Nach einem sehr seltsamen Film im Goethe Institut, wo sie arbeitet, hatten wir Zeit uns auszutauschen.
Ich hatte zuvor schon Poulomi, die aus Kolkata kommt, mit der brüsken Aussage schockiert, dass Kolkata im Vergleich zu Mumbai aussieht, als hätte man eine handvoll Dörfer zusammengepackt und ein paar mal mit dem Knüppel draufgehauen. Ausgesprochen lustige Reaktion, muss ich sagen!
Aber es stimmt durchaus. Schon Florian hatte erzählt, dass Mumbai die westlichste Stadt sei, die er bisher in Indien gesehen hatte, als er von einem Besuch bei unserem Kommilitonen Anuj zu NUJS zurückkehrte.
Im besseren Stadtteil von Mumbai, sieht man gut erhaltene viktorianische Gebäude, Straßen ohne Schlaglöcher, begehbare Gehwege und es ist sehr sauber. Sogar die normaler Weise allgegenwärtigen Kühe fehlen. Ergänzt wird das ganze noch durch eine große Auswahl westlicher Restaurants, in denen man nachherzenslust schlemmen kann. Wenn man sichs denn leisten kann. Mumbai ist nicht nur die westlichste, sondern auch die teuerste Stadt Indiens. Selbst im schäbigen Dormitory der Salvation Army (Heilsarmee) zahlt man noch 165 RS, pro Nacht und die besten Wohnungen in Mumbai sind teurer als die teuersten Wohnungen in New York. Mit dieser Stadt wird Mumbai, dass früher Bombay hieß, gerne und oft verglichen. Beides sind Millionenstädte (hier ca. 16mio Einwohner), umgeben von Meerwasser und selbst die Skyline Mumbais sieht vielversprechend aus. Beides sind bedeutende Wirtschaftszentren.

Wenn man das jetzt liest, fragt man sich, warum es so viele Reisende gibt, die Mumbai als laut, dreckig und schäbig emfpunden haben. Wie wir heute beim Frühstück übereinstimmend feststellten, sind das eigentlich immer die Leute, die in Mumbai ankommen und vorher noch nichts von Indien gesehen haben. Wenn man keine Vergleichsmöglichkeit hat, weiß man ja nicht, wie gut es einem geht. Andererseits ist natürlich auch in Mumbai nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen. Die Stadt hat angeblich den größten Slum Asiens, durch den man praktisch stundenlang fahren kann, wenn man die Stadt mit dem Zug verlässt. In dieser Hinsicht dient Mumbai als Sinnbild der Geteiltheit Indiens. Superreich und superarm leben eng beieinander. Und zugegebener Maßen, wer wohnt schon im Einkaufs und Partyviertel, außer uns Touristen? Das ‘richtige’ Mumbai, da wo man wohnt, liegt wohl eher richtung Norden. Wie es da aussieht, weiß ich nicht.

Aber genug von diesem politisch korrekten, Diplomatengewäsch! Meine beiden großen Ziele hier sind noch als Statist in einem Bollywoodfilm mitzuspielen und die Clubs der Stadt auszukundschaften. Ich halte euch auf jeden Fall auf dem Laufenden!

Der Museumstag

[Bilder]

Mit durchschnittlich 7°C weniger als in Hyderabad, lässt es sich in Mumbai - obwohl man hier mehr schwitzt - ganz gut aushalten.
In Hyderabad sind mir übrigens zwei Dinge besonders aufgefallen: Zum einen, dass vor 10 Uhr morgens nichts geht und die meisten Leute noch zu schlafen scheinen (dafür ist dann aber bis 22 Uhr alles geöffnet), zum anderen eine für Indien sonst untypische Pünktlichkeit. Zwei mal ist es mir passiert, dass mein Bus auf die Minute genau nach Plan abfuhr. Mein Weltbild ist erschüttert!
Auf dem Weg von Hyderabad nach Mumbai habe ich gelernt, dass auch Fliegen Zeit kostet - nämlich durch den langen Weg zum und vom Flughafen. Alles in allem hat es mich dann doch ca. 5h gekostet!
Als ich abends mit dem Zug vom Flughafen nach Mumbai hineinfahre, quellen die Wagen in die Gegenrichtung schon über. Noch bevor ich realisiere, dass sich meine Bahn ihrer Endstelle nähert und ich aussteigen muss, höre ich geschrei, getrampel und sehe voller Entsetzen eine Welle Inder, wie eine keifende Sturmflut aus Ellenbögen, Schultern und Armen über unseren Zug hereinbrechen. Mir wird klar, dass ich, wenn ich mein Gepäck nicht schnell zusammenpacke und festschnalle, und einen festen Stand einnehme, einfach von der Strömung mitgerissen werde und hier nicht mehr herauskomme. In meinen panischen Bemühungen meine Rucksäcke aufzusetzen, schmeiße ich meine Gitarre auf den Boden, schaffe es jedoch, entgegen meiner Befürchtungen, unversehrt aus dem Wagen. Den Adrinalinstoß hätte ich eigentlich nicht gebraucht!
Eine ähnliche Situation hatte ich schon einmal im Bus nach Trichy erlebt, als die neuen Passagiere schneller einstiegen, als die alten ausstiegen. Ich weiß noch, dass es mich einiges an Kraft und Ellenbogeneinsatz kostete auszusteigen.

Heute jedenfalls spaziere ich so durch Mumbai und komme am ‘Chhatrapati Shivaji Maharaj Vastu Sangrahalaya’ (ehemals ‘Prince of Wales Museum of Western India’) vorbei. Die Ritter vom ‘Ni’ (The knights who say ‘ni!’) lassen grüßen!
Das Gebäude ist von Außen so schön, dass ich spontan beschließe es zu besichtigen, sollte ich mit meiner abgelaufenen NUJS-ID-Karte und den Registrierungspapieren vom FRO den Inderpreis von 15 RS zu bekommen.
Ich habe Erfolg und bin einfach nur verblüfft und erfreut. Ich hatte schon mit der Enttäuschung gerechnet, die indische Museen bisher immer für mich waren: unsortierte, unorganisierte Sammlungen angestaubten Ramsches, völlig ohne Erklärungen. Das Museum kommt mir - vielleicht wegen der bisherigen schlechten Erfahrungen - gut genug vor, um selbt mit deutschen Museen mithalten zu können.
Der deutsche Audioguide ist der beste seiner Art, der mir je untergekommen ist! Dieses Museum hat meinen Tag gerettet!
Anja sieht das übrigens ganz anders, aber sie hat auch noch nicht den ganzen Mist gesehen, der mich bisher davon abhielt in Museen zu gehen. Wenn ich nur an die verottenden Tiere in den Vitrinen in Kolkata denke!

Mittagessen gibt es in einem Subway-Clon für Falaffel und Hummus. Ich fange an Israelisches Essen zu mögen!

Abends treffe ich dann noch Shivangi und Savya. Beide machen gerade ein Praktikum in der Stadt, haben aber ein wenig Zeit für mich übrig. Von Savya bekomme ich dann noch seitenweise Insiderinformationen und Tipps zu Mumbai. Sieht so aus, als würde ich wieder unsummen in Essen investieren ;-)
Morgen treffe ich Poulomi, die auch gerade hier ihr Praktikum macht.

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